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Ideenwettbewerb „Schieferbuckel, Reutlingen“

Wettbewerbsaufgabe:

„Mit dem städtebaulichen Ideenwettbewerb „Schieferbuckel“ wird das Ziel verfolgt, die heute
brach liegenden Flächen einer, an die städtebaulichen Ziele der Wohnbauflächenentwicklung
der Stadt Reutlingen, angepassten Nutzung zuzuführen. Der Umgang mit der topographisch
bewegten Situation und den intensiven Verkehrslärmimmissionen in der nördlichen Reutlinger
Innenstadt, die Anbindung an die angrenzenden Wohnquartiere und die Innenstadt, die
Schaffung von kostengünstigem Wohnraum für alle Bevölkerungsschichten und zur Anschlussunterbringung
von Geflüchteten sowie die funktionale Einbindung unterschiedlicher
Nutzungen (Parkhaus, Eissporthalle, Skateanlage), sind die besonderen Herausforderungen
dieses Verfahrens.

Ziel ist die Entwicklung von städtebaulichen Konzepten für zwei Stadtquartiere, welche den
Übergang zu den umgebenden Gebieten schaffen und eine urbane Silhouette der neuen
Stadtansicht gestalten.“ Zitat aus der Wettbewerbsaufgabe

Aus dem Erläuterungsbericht
„Die Sehnsucht nach Wohnen und Arbeiten in der Stadt wird genährt vom großen Potential und der Vielfalt unterschiedlicher Wohn-, Arbeits- und Verkehrsformen, die in dieser Fülle und ihrer Dichte an Funktionen nur von großen Städten angeboten werden können. Nicht zuletzt ist es die Aufenthaltsqualität im städtischen Raum und die Identität eines Quartiers, die die Akzeptanz des großstädtischen Angebots gewährleistet.

Die funktionale Teilung in als Schlafstädte bezeichnete Suburbs und die vom Individualverkehr erstickten Fabrikstädte gehören der Vergangenheit an. Nicht nur Großstadtbewohner schätzen die Angebotsvielfalt einer großen Stadt für Arbeit, Bildung, Einkauf und zentrales Wohnen, weil sich dort viele unterschiedliche Anforde-rungen gleichzeitig erfüllen lassen und zudem dieser Ort einen wichtigen Verkehrs-knotenpunkt darstellt.

Markantestes Element dieser topographischen Situation ist die ca. 30 m abfallende Bruchkante des Schieferbuckels / der Schieferterrasse zum Irtenbach, das Trennungs- und Verbindungselement zwischen der Innenstadt Reutlingens und den nördlichen Vororten, das als „missing-link“ betrachtet werden könnte.

Der Umgang mit der Topographie, die als natürlicher Landschaftsraum zwischen den Wohnblicken hindurchfließt und ein Netz fußläufiger Verbindungen zur Erschließung und Naherholung eröffnet, bildet das Grundmuster, auf dem die Wohnbebauung Platz findet.

Die Baukörper finden ihren spezifischen Standort einerseits aus der topographischen Situation, andererseits bilden diese Baukörper in Gruppen städtisch gefasste Räume.

Der Zug in die Stadt, die Sehnsucht nach kurzen Wegen zwischen Arbeiten und Wohnen sowie eine attraktive Umgebung gibt dem Entwicklungsbereich “Schieferbuckel“, insbesondere durch seine markante Topographie und Geologie eine neue Bedeutung, insbesondere wenn sich im Zuge der Nachverdichtung diese Qualitäten zu ortsprägenden Erlebnisräumen weiterentwickeln lassen.

Eine besondere Herausforderung stellt hier weniger die Wohnbebauung entlang der Schieferstraße dar, sondern eher die Beschaffenheit der Identität des die gesamte Innenstadt und nördliche Vorstadt verbindenden Quartiers; eines Quartiers, dem insbesondere durch seine spezifische Geologie „Hangkante am Irtenbach“ seine ursächliche Form und damit auch sein unverwechselbares Gesicht gegeben wird.

Die vorgeschlagene Bebauung inszeniert / dramatisiert diese geologische Formation und bringt sie als Park / See / Bachlandschaft zur Anschauung.

Die Baukörper in den Randbereichen sitzen als Würfel im Landschaftsraum. Untergeordnete Wege und eine starke Durchgrünung (mit Erhalt der Feldhecken und Grünstrukturen) fügen das Gebiet in die Landschaft ein. Dezentral gelegen bilden kleine Quartiersplätze mit Sitzelementen und untergeordneten Spielpunkten Treffpunkte für die Bewohner.

Im Bereich der Abbruchkante wird sensibel ein Spielbereich in die Landschaft integriert. Schollenförmig gliedert sich eine Sandfläche mit Matschbereich an das Wegenetz an. Eine weitere Spiel-Scholle mit Spiel- und Kletterlandschaft aus naturnahen Materialen (naturbelassene Robinienstämme) fügt sich zurückhaltend in die Landschaft ein.

Der Schieferbruch selbst lädt zum Entdecken und Erkunden ein.“

Wir gratulieren an dieser Stelle “ Lehen 3″ zum Wettbewerbsgewinn!