Generalsanierung Herrmann-Kurz Schule Reutlingen

Die 1911–1913 von Stadtbauinspektor Adolf Kobler errichtete Hermann-Kurz-Schule zählt zu den prägenden Bildungsbauten Reutlingens. Der viergeschossige Mauerwerksbau mit steilem, vielgliedrigem Ziegeldach, Turnhallenanbau sowie Mauer- und Zaunanlage ist in wesentlichen Teilen im Originalzustand erhalten – von den fein profilierten Eichenfenstern bis zu Treppenhäusern, Eingangshallen und Flurbereichen.

Nach einem ersten Bauabschnitt zur brandschutztechnischen Ertüchtigung mit filigranen Stahl-/Glaselementen folgte die zweite Etappe, die historische Substanz und zeitgemäße Lernumgebung zusammenführte. Akustikdecken in den Klassen sowie ein umfassend neugestalteter Musiksaal verbesserten die Raumakustik und Aufenthaltsqualität; Parkett wurde aufgearbeitet, Oberflächen überholt. Energetisch ersetzten LED-Leuchten die Bestände aus den 1960/70er-Jahren, historische Fenster wurden – in Abstimmung mit dem Denkmalschutz – instandgesetzt. Der zuvor ungedämmte Dachraum erhielt im Zuge einer vollständigen Dachsanierung eine deutliche energetische Aufwertung; begleitend wurden Verwahrungen, Aufbauten und das Holztragwerk ertüchtigt.

Zwei neue, barrierefreie Zugänge öffneten die Sporthalle zum Schulhof und ermöglichten eine Mitnutzung bei Schulveranstaltungen. Fassaden, Sandsteinelemente und Erker wurden restauratorisch überarbeitet und mit einem zurückhaltenden Anstrichkonzept gefasst. Das Ensemble blieb in seiner identitätsstiftenden Gestalt ablesbar – und wurde funktional, energetisch und barrierefrei in die Gegenwart überführt.



Fotograf: Dirk Wilhelmy, Stuttgart


